Montag, 11. Juli 2016

Namasté!


Hallo Ihr Lieben, ich freue mich dass ihr wieder hergefunden habt! Ich bin in den letzten Tagen leider nicht wirklich zum Schreiben gekommen, irgendwas war immer... 

Aber jetzt habe ich zum Glück eine Woche frei und starte gleich mal mit einem neuen Post. Und zwar über ein Thema, das Euch zwar vermutlich schon zum Hals raus hängt, weil man ihm mittlerweile an jeder Straßenecke begegnet, aber irgendwie trotzdem nicht daran vorbei kommt: Yoga. 

Ich geb's zu, bis vor kurzem war ich selbst noch eine 'Ungläubige', die Yoga nicht als richtigen Sport angesehen hat und mit dem ganzen spirituellen Drumherum nix anfangen konnte. Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen Yogakurs mitgemacht, wo für meinen Geschmack viel zu viel geatmet und viel zu wenig geturnt wurde (ich hatte mir da wohl was anderes vorgestellt...). Damals hab ich dann beschlossen, dass das wohl nichts für mich ist und es wieder sein lassen. 

Bis ich vor ein paar Monaten eines Besseren belehrt worden bin. Als ich nämlich verzweifelt auf der Suche nach einer Möglichkeit war, meine innere Unruhe und Nervosität, meine Panikanfälle und Angstzustände in den Griff zu kriegen. Still dasitzen, atmen und meditieren klappte in Momenten, in denen ich innerlich komplett aufgewühlt und nervös war, leider nicht. Das reine Konzentrieren nach Innen hat den Fokus nur weiter auf das Problem gelenkt. 

Ich brauchte also etwas, das meine Konzentration wieder auf das Außen richtet, gleichzeitig Bewegung für den Spannungsabbau und Atmen für das Fokussieren verknüpft. Und habe es einfach mal mit ein paar Yoga-Posen (Asanas), die ich noch in Erinnerung hatte, probiert, angefangen mit dem Baum. Auf einem Bein stehen und atmen. Mehr nicht. Hatte nach kurzer Zeit tatsächlich den Effekt, dass ich relativ schnell wieder ruhiger wurde: Das Gehirn kann nämlich nicht gleichzeitig Angstgefühle produzieren während es damit beschäftigt ist, das Gleichgewicht halten zu müssen. Durch die Konzentration auf die Übung kehrt sich der Fokus weg vom inneren Gedankensog, wieder zurück in den Moment (und da wollen wir ja hin, nicht wahr?) Ein weiterer positiver Effekt der Baum-Pose: sie 'erdet' ungemein, bringt mich wieder in Balance, eben wie ein Baum mit festen Wurzeln, den kein Sturm umhauen kann. 
 
Nachdem der Baum meine Übung für den Notfall geworden war (wo ich die nicht schon überall gemacht habe...), las ich irgendwo in einem schlauen Buch/Blog/Artikel, dass regelmäßige Yoga-Praxis bei der Therapie von Angststörungen und Depressionen helfen kann. Und da ich zu der Zeit eh jede Menge ausprobiert habe um etwas zu finden, das für mich funktioniert, dachte ich mir, ein Versuch könne nicht schaden und wäre es in jedem Fall wert. Eine Matte hatte ich schon zuhause, ein paar Asanas aus meinem Yogakurs noch in Erinnerung, ein paar habe ich mir online (eine schier unerschöpfliche Quelle; ich persönlich finde z.B. www.asanayoga.de eine tolle Seite) rausgesucht. Primär wollte ich einfache Übungen, die mich nach den Jahren Pause nicht gleich überfordern, die keine akrobatischen Verrenkungen erfordern oder orthopädische Einrenkungen danach. Zu meinen absoluten Favoriten sind derzeit die folgenden 4 Asanas avanciert:
 

Der Baum – Gleichgewicht und Erdung

Keine Übung erdet mich mehr und bringt mich so schnell wieder ins Gleichgewicht wie der Baum. Vielleicht weil ich ein 'Waldmensch' bin und Bäume generell meine Kraftquelle?
Meine Gedanken kommen zur Ruhe, mein Körper findet Halt im Boden, mein Atem kann wieder fließen.

Gefunden auf ASANAYOGA.DE

Der Krieger – Kraft und Konzentration

Ich mag die Krieger-Pose, schon allein des Namens wegen: symbolisiert für mich innere Stärke und Kraft und gibt mir Energie. Es gibt mehrere Varianten dieses Asanas, mein Favorit ist der Krieger-II: 

Gefunden auf ASANAYOGA.DE

Die Taube – Flexibilität und Beweglickeit

Nach einem langen Tag im Sitzen auf unbequemen Bürostühlen oder nach einem Waldlauf eine wahre Wohltat: das Dehnen der (oft verkürzten) Hüft- und Oberschenkelmuskulatur, was in der Position 'Taube' wunderbar funktioniert. Selbst für mich mit angeborener Hüftfehlstellung praktizierbar (allerdings mit gestrecktem hinteren Bein), und seit ich regelmäßige Dehnübungen (wie z.B. diese) in meinen Alltag eingebaut habe sind meine Beschwerden diesbezüglich auch schon viel besser geworden...
Foto: Philipp Wiebe / pixelio.de

Das Kind - Dehnung und Entspannung

Zum Abschluss oder einfach zur Entspannung für zwischendurch finde ich die Kind-Pose super:
 
Gefunden auf ASANAYOGA.DE

Diese 4 Übungen gehören (neben einigen anderen) mittlerweile zu meiner festen Yoga-Routine, die ich versuche, möglichst täglich in meinen Alltag einzubauen. Immer mal wieder zwischendurch ein paar Minuten/Übungen, oder mal eine halbe Stunde am Stück, je nachdem wie es Zeit und Lust erlauben. 

In der 'Akut-Phase' habe ich zwei Wochen lang jeden Tag ein paar Yoga-Übungen gemacht. Und nach anfänglicher Skepsis ganz schnell festgestellt, wie gut mir das tut: Ich hatte nach langer Zeit das Gefühl, endlich wieder richtig atmen zu können! So ganz nebenbei ist meine Atmung durch das Yoga nämlich tiefer und gleichmäßiger geworden (beim Yoga liegt der Fokus ja auf tiefen und regelmäßigen Atemzügen in den Bauch und in die jeweilige Position hinein). Und viele Übungen zielen außerdem auf die Dehnung des Brustkorbs und der Schultern ab (noch ein Schwachpunkt meines Körpers, der so ganz nebenbei auch besser geworden ist). 

Ich habe inzwischen trotz meines Bürojobs weniger Nacken- und Rückenschmerzen, dafür mehr innere Ruhe - meine Panikattacken sind tatsächlich weniger geworden oder ich kann sie leichter mit der jetzt tieferen Bauchatmung unter Kontrolle bringen. Ich merke, wie ich mit der Zeit immer beweglicher werde und irgendwie auch aufrechter stehe. Das alles habe ich nach und nach wahrgenommen, war mehr und mehr positiv überrascht, hätte ich doch anfangs nie gedacht, dass Yoga sowas bewirken kann. Wobei es hier wie ich selber feststellen musste auch die Regelmäßigkeit macht; einmal pro Woche ein Stündchen im Studio reicht leider nicht aus...

Ich möchte dazu sagen, dass ich natürlich kein Experte oder gar Yogalehrer bin, diese 4 Übungen nicht das Nonplusultra sind und ich mir die Posen auch nur aus dem Internet oder anderweitig zusammengesucht und ausprobiert habe, was für mich persönlich am besten funktioniert. 

Wenn Du noch nie Yoga gemacht hast ist es immer ratsam, erstmal einen Kurs zu belegen und Dir die Grundlagen von einem erfahrenen Lehrer zeigen zu lassen. Dort kann auch auf individuelle körperliche Probleme eingegangen werden, denn es sind ja nicht alle Posen uneingeschränkt für jeden geeignet, und falsch ausgeführt schaden manche Positionen am Ende mehr als sie nützen. Wobei es online auch wirklich tolle Seiten gibt, die jede Pose detailliert erklären (siehe oben) und mit Bildern oder Videos anschaulich demonstrieren. Und dann nur noch zuhause fleißig weiter üben, dann wirst auch Du ganz schnell eine positive Veränderung bemerken... In diesem Sinne, Namasté!

Ritterliche Grüße, Carina




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen