Sonntag, 11. September 2016

Everything happens for a reason...

Hallo Ihr Lieben! In den lezten Wochen war es etwas ruhig hier auf LebensRitter, was u.a. damit zusammehing, dass ich mal eben ziemlich spontan mein Arbeits-Leben umgekrempelt habe...
Aber der Reihe nach:

Anfang Mai hatte ich einen neuen Job angefangen, der sich leider ganz schnell als Fehlgriff herausgestellt hat. Jeden Morgen habe ich mich dort hin gequält, habe die Stunden und Minuten gezählt, bis ich endlich wieder den Stift fallen lassen konnte, fühlte mich dort total fehl am Platz, von den Aufgaben unterfordert, mit dem 'Team' unwohl - kurz: es war in meinen Augen die absolute (Lebens-)Zeitverschwendung. Ich hatte diesen Job notgedrungen angenommen, weil sich nichts anderes ergeben hat und ich mir eingeredet hatte, das wäre immerhin besser als gar nix (sprich arbeitslos). Aber nach kürzester Zeit habe ich ziemlich deutlich gemerkt, dass selbst gar nix besser gewesen wäre als dieser Job...

 
Postkarte von ©edition filou&sophie


Ich habe meine Zeit also mit wenig anspruchsvollen Sortier- und Hiwi-Aufgaben verplempert verbracht, und hatte dabei (praktischerweise) viel Zeit zum Nachdenken. Und habe irgendwann beschlossen, mir diese tägliche Qual nicht länger anzutun und nochmal ein paar Bewerbungen loszuschicken. Und dann ging alles ganz schnell. Inzwischen denke ich, es sollte so sein. Zwischen Bewerbung und neuem Job lagen gerade mal 4 Tage. Die Kündigung, vor der ich mal solche Angst hatte, war dank Probezeit dann nur noch eine Formsache. Nachfrage und Angebot passten offenbar perfekt, und bis jetzt bin ich (noch) ziemlich glücklich mit meiner  Entscheidung zu wechseln (schlimmer konnte es auch kaum mehr werden!). Und den ersten Monat im neuen Job habe ich inzwischen auch schon (unbeschadet) überstanden! ;-)
 
War ich Anfangs der Auffassung, der erste Job wäre eine absolute Zeitverschwendung gewesen und habe mich über die drei 'vergeudeten' Monate geärgert, so habe ich diese Sichtweise inzwischen revidiert, denn dieser 'Umweg' - so sinnlos er mir erstmal erschienen sein mag - hat mir im Endeffekt doch vieles vor Augen geführt:
  • In 15 Jahren Berufserfahrung habe ich viel gelernt und kann mehr als Akten sortieren und Kaffee kochen.
  • Ich will mehr als Akten sortieren und Kaffee kochen: vor allem wieder mehr Verantwortung, Wertschätzung und Teamgeist.
  • Ich will etwas Sinnvolles mit meiner Zeit anfangen, das Leben ist zu kurz für schlechte Jobs...
  • Ich komme - wenn es sein muss - auch mit wenig Geld aus (schlecht bezahlt war der Job nämlich obendrein auch noch...), was mir die Angst vor der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen finanziellen Einschränkung genommen hat.
  • Ich kann mich schnell in die unterschiedlichsten Materien einarbeiten (mit dieser Branche hatte ich nämlich zuvor noch nie was zu tun gehabt, aber das stellte sich nicht als Problem heraus...)
  • Veränderungen, die mir immer solche Angst gemacht haben, sind nichts Schlimmes oder Bedrohliches (In diesem Fall ging der Wunsch nach Veränderung ja von mir selbst aus. Und mein worst case-Szenario wäre es gewesen, für immer in diesem öden Job gefangen zu sein.)
  • Ich bin durchaus in der Lage, für mich und meine Wünsche einzustehen (z.B. die Kündigung durchzuziehen) und hinter meinen Entscheidungen zu stehen.
So ist es doch mit vielen Dingen im Leben: so richtig Sinn macht alles meistens erst hinterher. Zwischendrin steckt man im totalen Chaos, alles bricht über einem zusammen oder scheint auseinanderzufallen - dabei sortiert es sich eigentlich nur neu... Und viele Ereignisse, die uns zusammenhanglos oder sinnlos erscheinen, sind nur die verstreuten Puzzleteile des Gesamtbildes, das sich erst mit etwas Abstand betrachtet erkennen lässt. Ich versuche inzwischen in allem was mir so widerfährt, irgendwo einen tieferen Sinn zu finden, auch wenn dieser auf den ersten Blick oft nicht gleich erkennbar ist...






Ritterliche Grüße, Carina








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